Einleitung

Studentischer Widerstand an der Universität Leipzig 1945 - 1955

Studentischer Widerstand an der Universität Leipzig 1945 – 1955

Die Welt zwischen 1945 und 1955 spiegelt die Zeit zwischen dem vereinten Niederringen einer völkermordenten Ideologie und dem Auseinanderbrechen der Siegermächte in zwei konkurrierende Blöcke. Der Aufbau eines neuen deutschen Staates wurde zum Konfrontationspunkt alliierter Politik. Immer weiter auseinander triftend, beschränkten sich die Sieger auf die Sicherung ihres Einflußgebietes – eine Neuordnung der Verhältnisse war weder territorial noch politisch vorgesehen. So wurde die Ostzone Deutschlands zu einem sowjetischen Satellitenstaat. Der Import stalinistischer Strukturen, die Fortsetzung der Diktatur auf deutschen Boden, beschleunigte sich mit der systematischen Ausschaltung der demokratischen Kräfte. Nahziel war die Brechung der bürgerlichen Mehrheiten. Sowohl ihre Parteien als auch ihre Vertreter, wenn sie unbequem wurden oder sich als „unbelehrbar“ erwiesen, sollten gebrochen werden. Das Strafmaß der Verhaftungswellen „variierte“ zwischen Tod durch Erschießen, Zuchthaus und Zwangsarbeit in russischen Lagern. Parallel dazu erfolgten massive Einschüchterungsversuche bis hin zu Studienverboten.

Jugend zwischen Aufbruch und Ernüchterung

"Am 26. April 1952 kam ich von einer Vorlesung und wollte zu meiner damaligen Studentenbude in Leipzig S 36, Nibelungenring 56. Auf der Hälfte des Weges kamen mir zwei Herren mit den Händen in den Taschen entgegen und fragten mich, ob ich Herr Kilger sei. „Ja, worum handelt es sich?“ „Es ist nur eine Befragung, wir müssen Sie mal mit aufs Revier nehmen.“ Auf dem Revier in Dölitz wurde mir der Ausweis abgenommen und nicht zurückgegeben. In einem BMW wurde ich sofort zum Hauptpolizeirevier in der Wächterstraße gefahren..."

Hans Günter Aurich

Prof. Dr. Hans Günter Aurich

Geboren wurde ich am 14.12.1932 in Meuselwitz / Thüringen. Mein Vater, Willi Aurich war selbstständiger Kaufmann, er ist bereits 1944 gefallen. Meine Mutter ist Charlotte Aurich, geborene Eisfeld. Von Ostern 1939 bis Herbst 1943 besuchte ich die Volksschule in..

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Horst Maurer

Horst Maurer

Horst Maurer

Student der Veterinärmedizin an der Universität Leipzig, durch ein Sowjetisches Militärtribunal in einem politischen Willkürprozess zu 25 Jahren Zwangsarbeitslager verurteilt, Lagerhaft in Workuta

 

Seit Oktober 1948 studierte ich an der veterinär-medizinischen..

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Ulrich Kilger

Ulrich Kilger

Ulrich Kilger

Am 25. Oktober 1931 als letztes Kind des Buchhändlers Eduard Kilger und seiner Ehefrau Katharina, geb. Schubert in Meuselwitz (Thür.) geboren. Von Ostern 1938 an besuchte ich zunächst die Knabenschule in meinem Heimatort. Im August 1942 kam ich an das Friedrichs-Gymnasium in..

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Herbert Belter

Herbert Belter

Herbert Belter, erschossen am 28. April 1951

„Ich habe mich illegal betätigt…“

m Jahre 1955 kehrten, als ein Ergebnis des Besuchs von Konrad Adenauer in Moskau, auch  drei ehemalige Studenten aus den Sowjetunion nach Deutschland zurück. Es waren keine Kriegsgefangene, auch..

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Werner Jahn

Werner Jahn

ie stalinistische Indoktrination der frühen 1950er Jahre erlaubte kaum noch Spielräume für ein freies unabhängiges Denken an der Universität. So beschlossen Werner Jahn und sein Kommilitone Wolfgang Richter Nachrichten über das damalige Universitätsleben nach (West-) Berlin weiterzuleiten,..

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Axel Schroeder

Axel Schroeder

 

Erst im März 1998 haben wir noch von einem weiteren tragischen Schicksal erfahren. Ein vierter Leipziger Student ist von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

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Werner Ihmels

Werner Ihmels

Werner Ihmels steht beispielhaft für den christlichen Widerstand – er verdeutlicht, wie religiöse Menschen von den Hoffnungen auf einen Neubeginn in Deutschland geprägt werden. Die Zeit nach dem Krieg zeigt erste Ansätze dazu: frei von weltanschaulichen Zwängen arbeiten Vertreter  unterschiedlicher..

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Wolfgang Natonek

Wolfgang Natonek

Wolfgang Natonek stellt einen besonders krassen Fall „kommunistischer Erziehungsarbeit“ dar. Als brillanter Redner und überzeugter Vertreter des Aufbauwilllens ist er zugleich eine Symbolfigur des bürgerlichen Studententyps.

Als es nicht gelingt, ihn zum Überlaufen auf die kommunistische..

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