{"id":574,"date":"2018-11-22T17:17:39","date_gmt":"2018-11-22T17:17:39","guid":{"rendered":"http:\/\/quellen.geschichte.uni-leipzig.de\/?p=574"},"modified":"2018-11-23T16:39:35","modified_gmt":"2018-11-23T16:39:35","slug":"walter-nienhagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quellen.geschichte.uni-leipzig.de\/?p=574","title":{"rendered":"Walter Nienhagen"},"content":{"rendered":"<p>Ich wurde am 6. Mai 1927 in Leipzig geboren und besuchte die 3. Volksschule und die Nikolaischule ebenda. Mit 15 Jahren wurde ich 1943 als Luftwaffenhelfer eingezogen. Es folgten Wehrert\u00fcchtigungslager, Arbeitsdienst und Wehrdienst als Gebirgsj\u00e4ger. Am 8. Mai 1945 geriet ich in jugoslawische Kriegsgefangenschaft. Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden wurde ich 1947 aus der Kriegsge\u00adfangenschaft nach Leipzig entlassen. Nach Teilnahme an einem Kriegsteilnehmerkurs legte ich 1948 an der Nikolaischule die Reifepr\u00fcfung ab. Ab Wintersemester 1948\/49 studierte ich an der Universit\u00e4t Leipzig Historik mit den Nebenf\u00e4chern Germanistik und Geografie.<\/p>\n<p>Nach meiner Heimkehr engagierte ich mich in der LDP. Mein Wirken galt einer freiheitlichen, menschlichen Ordnung einem demokratischen Rechtstaat, den wir in den hinter uns liegenden Jahren so schmerzhaft vermissen mussten. 1948 war ich Mitglied des Stadtverbandsvorstandes Leipzig der LDP.<\/p>\n<p>Neben der Jugendarbeit, zuletzt als Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr Jugend- und Nachwuchsfragen, sowie als Mit\u00adglied des Sozialausschusses, wurde ich zuletzt Mitglied des Landesjugendausschusses und Vorstand des Landessozialausschusses der LDP in Sachsen. Infolge der massiven\u00a0 Behinderungen seitens SED und Be\u00adsatzungsmacht, der st\u00e4ndigen Bedrohung der pers\u00f6nlichen Freiheit war ein Eintreten f\u00fcr die menschliche Gesellschaft nur mit einem \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Arbeit innerhalb einer sp\u00e4teren Blockpartei hinausgehenden Einsatz m\u00f6glich. So gr\u00fcndeten wir\u00a0 &#8211; auch auf meine Initiative &#8211; das Anti\u00adkommunistische Aktionskomitee Leipzig. Mit meinen Freunden leistete ich so Widerstand gegen das kommunistische Machtstreben.<\/p>\n<p>Am 11. November 1948 wurde ich durch das NKWD verhaftet. Die Untersuchungshaft verbrachte ich am M\u00fcnchener Platz, in der Bautzener Landstra\u00dfe in Dresden. Nach 14 Monaten wurde ich am 7. Januar 1950 von einem sowjetischen Milit\u00e4rgericht auf Grund des Strafgesetz\u00adbuches der Russischen Sowjetrepublik in Verbindung mit dem Gesetz\u00a0 \u00fcber vor\u00fcbergehende Aussetzung der Todesstrafe zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Vom 13. Januar 1950 bis zu meiner Entlassung aus der Haft am 28. November 1956\u00a0 &#8211;\u00a0 nach \u00fcber 8 Jahren\u00a0 &#8211;\u00a0 war ich im sogenannten\u00a0 &#8222;Gelben Elend &#8220; in Bautzen inhaftiert. Am 28.11.1956 wurde ich nach meinem Willen nach D\u00fcsseldorf entlassen. Am 21.1.1990 wurde ich von der Milit\u00e4rhaupt\u00adstaatsanwaltschaft der Russischen F\u00f6rderation rehabilitiert. Von 1957 bis 1961 studierte ich an der Hochschule f\u00fcr Sozialwissenschaften in Wilhelmshaven Sozialwissenschaften und legte mein Examen zum Diplom-Sozialwirt ab. Beruflich wurde ich Angestellter im Personalbereich der Stahlindustrie. Bis zu meinem Ausscheiden war ich in den letzten 10 Jahren als Werkdirektor Leiter der Werksgruppe Siegen der Krupp-Stahl-AG.<\/p>\n<p>35 Jahre war ich in der Kommunalpolitik ehrenamtlich t\u00e4tig als Gemeindevertreter in Geisweid, Stadtvertreter in H\u00fcttental und Stadtverordneter in Siegen. In der Zeit als Kreistagsmitglied war ich 15 Jahre Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein. F\u00fcr diese Arbeit erhielt ich u.a. das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und den Landesver\u00addienstorden NRW. Von 1970 bis 1996 war ich Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Von 1970 bis 1996 war ich Vorsitzender des Sozialausschusses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Seit 1965 bin ich Vorsitzender des Sozialausschusses der Evangelischen Kreissynode Siegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wurde am 6. Mai 1927 in Leipzig geboren und besuchte die 3. Volksschule und die Nikolaischule ebenda. Mit 15 Jahren wurde ich 1943 als Luftwaffenhelfer eingezogen. Es folgten Wehrert\u00fcchtigungslager, Arbeitsdienst und Wehrdienst als Gebirgsj\u00e4ger. Am 8. Mai 1945 geriet ich in jugoslawische Kriegsgefangenschaft. 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